Die Mehrheit der Deutschen blickt mit Sorge auf die Folgen der Wahl in Sachsen-Anhalt
Es war ein demokratische Wahl, aber nicht nur ich frage mich, wie man diesen ganzen hohlen Versprechungen so folgen kann. Ein Beispiel: Dennis Hohloch, Mitglied im AfD-Bundesvorstand, sagte am Wochenende auf dem Bundeskongress der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ in Magdeburg, Deutschland benötige nicht mehr Wohnungen, Schulen, Kitas, Sozialpädagogen und Lehrer. Denn: „Wir als Bevölkerung schrumpfen.“ Und die AfD sage ganz klar: „Deutschland braucht keine 80 Millionen, es kann auch mit 60 Millionen leben – und wir brauchen diese Zuwanderung nicht.“ So hat es die „Spiegel“-Journalistin Ann-Katrin Müller notiert. Der Satz klingt zunächst verblüffend einfach. Weniger Menschen, weniger Wohnungen, weniger Schulen, weniger Kitas – angeblich sogar weniger Probleme. Und tatsächlich könnte man ergänzen: Die alte Bundesrepublik kam schließlich auch lange mit deutlich weniger als 80 Millionen Einwohnern aus.
Die einfache Rechnung mit den 60 Millionen hat einen entscheidenden Fehler: Sie betrachtet die Zahl der Menschen, aber nicht deren Alter. Deutschland schrumpft nämlich nicht deshalb, weil zu viele Menschen zuwandern. Deutschland hat ein viel grundlegenderes demografisches Problem: Seit 1972 sterben in Deutschland mehr Menschen, als Kinder geboren werden. Die Zuwanderung hat diesen natürlichen Bevölkerungsverlust in den vergangenen Jahrzehnten ganz oder teilweise ausgeglichen. Das Entscheidende ist deshalb nicht allein, ob Deutschland irgendwann 60, 70 oder 80 Millionen Einwohner hat. Entscheidend ist, wie viele davon im Erwerbsalter sind – und wie viele Menschen von ihrer Arbeit leben oder auf die Unterstützung anderer angewiesen sind.
weiterlesen →Autor Hermann Geusendam-Wode