Alles meine Idee

Antrag der SPD zur Schaffung eines Kolumbariums (14.3.2012)
Antrag der SPD zur Schaffung eines Kolumbariums (14.3.2012)

Tod, Friedhof, Grab – alles Themen, die man gern weit von sich schiebt. Und dann noch die Fachbegriffe der Bestattungsbranche: “Kolumbarium”, “Urnenwandanlage”, das hört sich nicht nur traurig sondern auch bürokratisch an. Für viele Ältere ist das aber durchaus ein Gedanke: die Kinder weit im Land verstreut, wer wird mein Grab pflegen, wie will ich beerdigt werden?

Bei der Hiltruper SPD sind diese Fragen schon vor Jahren angekommen. Vier Jahre ist es her, dass die SPD in der Bezirksvertretung Hiltrup den Antrag einbrachte, auch auf dem Hiltruper Friedhof eine Urnenwand zu schaffen. Auf Gegenliebe bei der Verwaltung stieß sie nicht gerade. “Nach den Vorschriften des Gebührenrechts muss jede Gebührenposition für sich kostendeckend sein. Daher muss vermieden werden, dass bei nicht ausreichendem Interesse an der Bestattungsform im Kolumbarium die Kosten für die Nutzer/Innen zu hoch werden. Zurzeit stagniert nach den vorliegenden Zahlen die Nachfrage nach der Bestattungsform. Daher soll der Beobachtungszeitraum verlängert werden, um die Nachfrage sicherer prognostizieren zu können” lautete der Bescheid an die Hiltruper im Herbst 2012, und geradezu drohend hieß es, “Berücksichtigung finden würden aber auch die Vorgaben der derzeitigen Haushaltskonsolidierung im Bereich der Friedhöfe”. Der Hintergrund war klar: die neu geschaffenen herkömmlichen Friedhöfe drohen zur Fehlinvestition zu werden.

Die Entwicklung ist über dies Sträuben der Verwaltung hinweggegangen. Auch Hiltrup hat jetzt Urnenwände und wird noch weitere bekommen. Und die Verwaltung? Hat wie immer an der Spitze des Fortschritts gestanden. Es sei schwierig, auf die “Nachfrage” zu reagieren, “weil viele politische Gremien an der Entscheidung zu Veränderungen beteiligt werden müssen” heißt es jetzt. Merke: schuld ist immer die Politik. Sogar bei der Bestattung.